Geschichte des Bahnhofs

Geschichtlicher Abriss des

Bahnhof Güntersberge

Mit Inbetriebnahme der Bahnstrecke Straßberg - Stiege im Jahr 1890, wurde auch der Bahnhof mit dem Anbau an das bestehende Hauptgebäude als Gaststätte realisiert.

Der Wirt und seine Familie bezogen ihre Wohnung in der Mansarde.

Neben dem Zugpersonal oblag dem Bahnhofswirt auch der Verkauf von Fahrkarten. Preiswerte Getränke und ein kleines Speiseangebot bestimmten die damalige Karte.

Vor allem Arbeiter, die mit der Schmalspurbahn von ihrer Arbeit heimkehrten aber auch das Bahnpersonal nutzten die Räumlichkeiten der Gaststätte. Touristen waren zu dieser Zeit eher selten.

Der Bahnhof Güntersberge mit seiner Anlage, war zu dieser Zeit ein wichtiger Umschlagplatz für Waren alle Art. So nutzten Landwirte genauso wie die hiesige Industrie die Möglichkeit des Bahntransportes. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Bahnanlage über zwei Haupt- und ein Nebengleis, welches für Verladezwecke zur vorhanden Laderampe und dem Güterschuppen führte. Im östlichen Teil der Bahnanlage wurde ein Lokschuppen errichtet und in Höhe des Bahnhofsgebäudes konnten die Dampfzüge Ihren Wasservorrat erneuern.

 

Ein Modell der Anlage können Sie im Modellbahnkabinett der „Alten Schule“ besichtigen.

In den 30iger Jahren wurde die Gaststätte um einen weiteren Anbau erweitert, die Versorgung der Arbeiter des benachbarten Sägewerkes und die zunehmende touristische Erschließung des Harzes machten größere Kapazitäten erforderlich.

 

Mit der Demontage der Gleise in den Monaten März und April 1946 verlor der Bahnhof seine industrielle Bedeutung. Die Gaststätte konnte jedoch weiter betrieben werden da weiterhin die Versorgung des benachbarten Werkes, die ehemals Motoren- und Traktorenstation (MTS), zu sichern war.

 

Seit diesen Jahren stehen uns Zeitzeugen zur Verfügung, welche uns auch nähere Angaben machen können. So hat als erste Wirtin nach dem Krieg Frau Ella Börner und ihr Schwager die Gaststätte bis Anfang der 70iger Jahre betrieben. Im Zuge der FDGB-Ferienbewegung war den beiden auch während der DDR-Zeit um die Zukunft der Gaststätte nicht bange. Die damalige Wirtin wurde von allen nur freundlich Tante Ella genannt.

Besonders ihre selbst gemachte Topfsülze blieb allen in guter Erinnerung. Aus dieser Tradition heraus, wird auch heute in unserer Gaststätte  Sülze aus eigener Herstellung angeboten.

 

Persönliche Angelegenheiten und der Tod des Schwagers beendeten die Ära der Fam. Börner.

 

Mit Gründung der DDR und der Enteignung der Betriebe, wurde das Gebäude der ansässigen Firma übereignet. Die Bewirtschaftung erfolgte über Pachtverträge mit den jeweiligen Wirten. So gehörte der Bahnhof bis zu seinem Verkauf im Jahr 2007 dem VEB IOAG, später Galfitc GmbH.

Nach der Fam. Börner pachtete der FDGB-Feriendienst den Bahnhof. Die Gäste wurden von Frau Bosse und Frau Waldheim betreut, das Angebot beschränkte sich hauptsächlich auf das Kaffeegeschäft und einen kleinen Imbiss.

 

Als diese beiden ihre Tätigkeit aus Altersgründen beendeten, schlossen sich die Türen ganz. Nur die vorhandene Wohnung wurde durch die Fam. Hauboldt weiter genutzt.

Auf Grund eines hohen Bedarfes an Kohle durch die Werke in Silberhütte sah sich die damalige Deutsche Reichsbahn gezwungen, den Lückenschluss zwischen Strassberg und Stiege zu vollziehen. Im Jahr 1983 fuhren wieder die ersten Züge auf der gesamten Strecke allerdings in einem Rollbockverfahren.

 

Mit dem Jahr 19… gab es dann auch wieder einen Wirt, Andreas Schumann übernahm die Gaststätte. Es erfolgte ein weiterer Anbau, indem die Toiletten untergebracht wurden, welche bis dahin außerhalb des Gebäudes standen. Weitere Umbauarbeiten bestimmten den Anfang seiner Tätigkeit.

Die Stadt Güntersberge hatte wieder eine Gaststätte in dem sich Alt und Jung trafen.

 

1993 zwangen ihn jedoch wirtschaftliche Gründe zur Aufgabe.

Zum Leid der Anwohner von Güntersberge wurde das Gebäude nun nicht mehr gastronomisch genutzt. Die Eigentümerin, die Galfitec GmbH, nutzte das Gebäude zu Lagerzwecken. Unter ihrer Regie wurden das Dach neu gedeckt, das Fundament trocken gelegt und teilweise Entkernungsmaßnahmen durchgeführt. Die geplante Nutzung des Gebäudes konnte durch die Insolvenz des Betriebes nicht mehr realisiert werden.

 

2007 erwarben wir das Gebäude, welches nach langem Leerstand auch Opfer von Vandalismus geworden war.

Innerhalb einer Bauzeit von nur anderthalb Jahren erfolgte eine komplette Sanierung des Gebäudes.

Am 20.12.2008 wurde die Gaststätte „Zum Bahnhof“ wie sie sie heute vorfinden feierlich eröffnet. Jedoch erst im August des Jahres 2010 konnten unseren Gästen auch zwei Ferienzimmer zur Verfügung gestellt werden.

 

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